Gedanken aus Wien

Vorab gleich eine Warnung:
Hier begegnen Sie Gedanken eines Amateurs. Sie entscheiden darüber nach Interesse und Neugier. Wollen Sie Wissenschaftliches lesen? Eine Satire? Wollen Sie in die Bilderwelt eintauchen, die alles Denken begleitete? Das Berufsleben hatte die Sozialwissenschaften zum Gegenstand – von Beginn an in ungewöhnlicher Form. Sie erfahren daher nichts über die verderblichen Güter der Umfrageforschung.
Wegen ihr wissen wir nicht mehr, in welcher Gesellschaft wir leben – ist es eine Wissensgesellschaft, Bildungsgesellschaft oder Freizeitgesellschaft, eine Multioptionsgesellschaft oder Risikogesellschaft. Öfter werden Sie von der Bedeutung der Kunst und Literatur lesen. Sie sind die zuverlässigeren Zeugen unserer Geschichte und Gegenwart. Und wenn man nicht mehr aus und ein weiß, so empfehle ich, Zuflucht bei der Satire zu suchen.
Im Denken können alle diese Leidenschaften einträchtig mit- und nebeneinander leben. Gemeinsam ist ihnen die Handschriftlichkeit – als Schreiben und Zeichnen.
Im Mittelpunkt steht ein Autor als Amateur. Heute ist man gut beraten, in den Geisteswissenschaften Amateur zu sein. Es ist die mögliche Existenz gegenüber dogmatisierten Geistes- und Sozialwissenschaften.
Also muss man Amateur und auch Autodidakt sein.
Man wird zum Liebhaber der Wissensformen. Die Zeit verbringt man mit ihnen allein – mit Hingabe und Freude am Schreiben. Das ist das Merkmal des Amateurs. Da steht man außerhalb von Produktion und Wissensorganisation. Zu deren Indikator zählt das Fehlen des Humors. Mit den Satiren soll der Humor zu Wort kommen.
Da man selten in der Wissenschaft Humorvolles lesen kann, so wird schon hier „DKT“ empfohlen.
Im Ungewöhnlichen behauptet sich die Freiheit der Wissenschaft, der Literatur, der Kunst insgesamt. Im falschen Verständnis von Universität und Schule sind sie Dogmatisierungsanstalten geworden. In ihnen werden „brauchbare Menschen“ hergestellt.
Hier erfahren Sie von Versuchen, wie das Veto gegen die „Brauchbarkeit“ aussehen kann. Vor der Verführung durch Freiheiten zur Unfreiheit wird ausdrücklich gewarnt. Davon handeln die unterschiedlichsten Beiträge, Skizzen, Entwürfe. Gemeinsam bilden sie die Erzählung aus einem Leben. Zuweilen lesen sie sich wie ein Nachruf, zuweilen wie ein Vorwurf. In erster Linie soll an all das Verlorene erinnert werden.
Es soll frisch im Gedächtnis bleiben. Es kann als Werkzeug für die Gegenwart verwendet werden. – RK